Vierter Versuch…

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Knappe zwei Stunden später schleife ich mich mit der Motivation eines Todeskandidaten auf dem Weg zum elektrischen Stuhl, unter die Dusche.

Das eiskalte Wasser, mein Vermieter hat es auch nach zwei Monaten nicht geschafft sich um die Heißwasserversorgung meiner Wohnung zu kümmern, verbannt glücklicherweise die Gedanken an meinen verstörenden Traum in eine selten genutzte Ecke meines Denkapparats. Leider hat das auch zum Effekt, dass sich meine Gedanken, jetzt ein wenig klarer, der ebenso verstörenden Realität zuwenden. Arbeit. Ein grausamer Gedanke.

Frisch geduscht, gut riechend und schlecht gekleidet verlasse ich das Haus. Ich stolpere fast in den zwei Meter tiefen Graben, der derzeit gleich einer mittelalterlichen Befestigungsanlage unser Wohngebäude umgibt. Dieser Graben ist nicht nur der Grund meines morgendlichen Nahtoderlebnisses, sondern auch der Grund, warum, laut meinem Vermieter, derzeit die Warmwasserversorgung in unserem Haus “nur eingeschränkt möglich ist. Tut mir leid, da sind mir die Hände leider gebunden.” Der hat gut reden. Sitzt in seinem Hamburger Landdomizil und lässt sich die Fischsemmeln von seinen Untergebenen zwischen die Backen schieben. Zwischen alle vier. In eben besagtem Graben liegen seit besagten zwei Monaten riesige Rohre, deren Durchmesser sogar unserem Ministerpräsidenten erlauben würden, seine mentalen Ausflüsse ungefiltert in die Kanalisation zu kippen. Dort wären seine Ideen auch sehr viel besser aufgehoben, als in der breiten Öffentlichkeit. Die im Übrigen sehr selten so breit ist, dass sie die bayerische Politik ertragbar finden könnte. Gut, wenn die breite Masse tatsächlich immer breit wäre, könnte es auch wieder eng werden mit dem Platz in den Rohren. Welches fehlgeschlagene Drogenexperiment meinerJugendjahre ist eigentlich für meine Gedankengänge verantwortlich? Bestimmt keines an das ich mich erinnern kann. Sonst wäre es auch nicht gänzlich fehlgeschlagen würde ich tippen. Zurück zu den Rohren. Seit knapp zwei Monaten ist auch kein erkennbarer Fortschritt zu sehen. Legenden zufolge, sollen diese Rohre die schon sehr alten und stellenweise rissigen, die derzeit Verwendung finden, ersetzen. Egal.

Ich passe meine Laufrichtung an und balanciere über das dünne Holzbrett, das quasi als Zugbrücke über den Hausgraben gelegt wurde auf die U-Bahnstation zu, um mich auf dem Weg zum Arbeitsamt zu machen. Nicht, weil ich Arbeit suche, sondern weil die Bundesagentur für Arbeit tatsächlich mein Arbeitgeber ist. Ich verbringe meinen armseligen Arbeitstag damit, noch armseligeren Arbeitssuchenden zu vermitteln, dass sie schwer zu vermitteln sind…

 

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